Healing Architecture



Ende Oktober zeichnete der Callwey-Verlag zum zweiten Mal Bauten aus, in denen Architektur und Innenarchitektur zur Genesung, Orientierung und Lebensqualität der Nutzerinnen und Nutzer beitragen. Die Jury des Healing Architecture Awards verlieh einen ersten Preis, einen Fotografiepreis sowie fünf Anerkennung – eine davon an das von schneider+schumacher geplante Kao-Ho Hospital in Taiwan.
Till Schneider berichtet über das Projekt:
Die größte Herausforderung war für uns, ein Gebäude zu schaffen, in dem sich die Menschen wohlfühlen. Es war uns wichtig, Räume zu gestalten, die den Patientinnen und Patienten Schutz, Ruhe und Privatsphäre bieten. Gleichzeitig sollte das Gebäude auch für die Mitarbeitenden eine angenehme Arbeitsumgebung schaffen und eine klare Orientierung innerhalb des Gebäudes ermöglichen.
Gleichzeitig musste unser Entwurf auf die komplexen städtebaulichen Rahmenbedingungen reagieren. Das Grundstück hat einen trapezförmigen Zuschnitt und wurde vollständig überbaut – die Geometrie des Gebäudes mussten wir daher direkt aus den Grundstücksgrenzen entwickeln. Zudem liegt das Projekt an einer stark frequentierten Hauptverkehrsstraße, was die Gestaltung der Gebäudehülle ebenfalls beeinflusste.
Unsere Antwort auf diese Herausforderungen war eine transluzente Fassade, die vor Einblicken von außen schützt und gleichzeitig den Anspruch einer medizinischen Einrichtung an Hygiene und Sauberkeit unterstreicht. Durch die nächtliche Beleuchtung tritt das Gebäude bei Dunkelheit aus dem Stadtbild hervor. Im Inneren trägt ein integrierter Palmengarten zum Wohlbefinden bei und schafft eine besondere Aufenthaltsqualität. Das achtgeschossige Atrium bildet das Herzstück des Gebäudes. Es sorgt für Tageslicht, erleichtert die Orientierung und schafft eine klare räumliche Struktur.