Deutsche Botschaft Wien

Wien, 2015 – 2016
Büro-/Verwaltungsbauten

Im November 2015 lobte die Bundesrepublik Deutschland einen Realisierungswettbewerb mit 25 Teilnehmern für den Neubau der Deutschen Botschaft in Wien aus. Trotz aller erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen liegt dem Entwurf von schneider+schumacher das Konzept eines offenen Hauses zugrunde. Das freigestellte kompakte, 2- bis 4-geschossige Botschaftsgebäudemit drei Innenhöfen ist als klarer Solitär formuliert, der sich mit seiner, nach Funktionen abgestuften Höhenentwicklung maßstäblich in das heterogene städtebauliche Umfeld einfügt.

Die Anmutung und Tiefe der Fassade wird durch ihre Materialisierung aus 10 cm tiefen, regelmäßig gebogenen Edelstahlbändern erreicht, die mittels Anodierung eine robuste und goldene Oberfläche erhalten. Netzartig miteinander verbunden, erlaubt diese Struktur je nach Blickwinkel und Bewegung unterschiedliche Ein- und Ausblicke und bietet eine attraktive Tages- und Nachterscheinung.

Das repräsentative Foyer bildet das ‚Herzstück‘ des Gebäudes und legt sich als großzügiger, 2-geschossiger Wandelgang um einen transparenten, begehbaren Innenhof. Von dort aus gelangt man auf der gleichen Ebene direkt zum teilbaren Veranstaltungssaal mit Bühne, sowie zum repräsentativen Teil der Residenz mit seinen Haupt- und Nebenempfangsräumen, dem Speisezimmer, dem Musikzimmer und der Bibliothek. Links vom Haupteingang ist der gesicherte Kanzleibereich an der Metternichgasse vom Foyer aus bequem und barrierefrei zu erreichen.

Im Erdgeschoß sind die Pass- und Visastelle angeordnet, deren tiefe Räumlichkeiten über einen zentralen Innenhof zusätzlich belichtet werden. Die Abteilung für Rechts- und Konsularwesen belegt neben Verwaltung und IT auch noch Teilbereiche des 1. Obergeschosses. Die OSZE-Vertretung und ihre zwei Fachbereiche werden im 2. OG angeordnet und teilen sich die Besprechungsräume am Innenhof mit der Botschaft und ihren drei Fachbereichen darüber im 3. OG.

Als zeitlose, bauliche Setzung leistet das Botschaftsgebäude als Institution und Treffpunkt einen besonderen Beitrag zum bilateralen Verhältnis mit Österreich.

 

 

Beteiligte s+s GesellschaftenA

Technische Daten:

Bauherr/Auslober: Bundesrepublik Deutschland
Projektarchitekt: Till Schneider, Eckehart Loidolt
Team: Johannes Bretschneider, Aleksandra Firulovic, Michael Gangelmayer,Nikola Zikic
Brutto-Grundfläche: 7.097 m²
Brutto-Rauminhalt: 22.158 m³
Außenanlagen: LOMA architecture, landscape, urbanism
Haustechnik: KWI Engineers, St. Pölten
Tragwerksplanung: Bollinger Grohmann Schnieer ZT GmbH, Wien
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